Runensteine

 

Bevor ich nach Schweden kam, hatte ich ganz andere Vorstellungen von Runensteinen. Ich kannte nur die Orakelsteine mit Runen. Aber über diese will ich hier nicht berichten.

Wer mit offenen Augen durch Schweden fährt, kann sie nicht übersehen, die mehr oder minder großen Steine, die Schriftbänder mit gemeißelten Runenzeichen tragen. Es sind Zeitzeugen einer Epoche, aus der es kaum andere Aufzeichnungen gibt.

Überraschend war für mich die Anzahl der bekannten Runensteine, die eine rein skandinavische Erscheinung darstellen. Von nunmehr ca. 7000 bekannten Runeninschriften entfallen rund die Hälfte auf wikingerzeitliche Runensteine. Mehr als 2500 davon befinden sich in Schweden. Hier ist mit fast 1500 Steinen Uppland die runensteinreichste Region und ich habe das Glück, mittendrin zu wohnen..

In Dänemark findet man ca. 300 Runensteine aus der Wikingerzeit, in Norwegen sind es nicht mehr als 50 Steine, aber in Bergen an Norwegens Nordküste fanden Archäologen bei Ausgrabungen  mehrere Hundert schmale Holzpflöcke mit Runentexten aus dem Mittelalter.

Deutsche Runensteine gibt es nicht. Die vier Runensteine in Haithabu bei Schleswig sind dänischen Ursprungs, da das Gebiet zur Wikingerzeit zum süddänischen Reich gehörte. Überhaupt findet man außerhalb Skandinaviens nur sehr wenige Steine.

Die Steinfunde in Amerika sind wahrscheinlich ausnahmslos Fälschungen, obwohl außer Frage steht, daß die Wikinger bereits rund 500 Jahre vor Christoph Columbus amerikanischen Boden betreten haben.

 

 

Die ältesten Runeninschriften findet man auf Waffen und auf Schmuck. Die älteste Inschrift in Schweden befindet sich auf einer Speerspitze von Mos auf Gotland. Sie ist von Mitte des 3. Jahrhunderts nach Christus und besteht aus 5 Runen. Übersetzt in lateinische Buchstaben steht da "gaois". Niemand weiss, was das bedeuten soll.

 

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